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Diese Geschichte ist entstanden auf Einladung zu einem Geschichten-erzähl-Abend. Alle, die sich angemeldet haben, sind als Person in der Geschichte drin und jeder hat sich erkannt! Wir hatten viel Spass an dem Abend.



Das Paradies auf Erden

Der Ostwind säuselte fröhlich vor sich hin. Es hatte ihm viel Spass gemacht, die Welt zu umrunden und dabei das Lied von Umbras Paradies in Bubble Brains Blasen zu verbreiten. Die ganze Welt war erfüllt davon und es drang sogar in andere Dimensionen vor. Viele Erdenbewohner hatten es gehört, gespürt und der Funke der Leidenschaft in ihren Herzen hatte gezündet.

Der Ostwind war zufrieden mit sich und der Welt. So ging es eine ganze Weile.

Plötzlich meinte er, Geschimpfe zu hören. Er hörte jetzt ganz genau hin. Ja richtig. Aber wie konnte das sein, jetzt, wo Aufbruchstimmung herrschte, wo jedermann sich sein Paradies bauen konnte?

Ja, das musste er sich näher ansehen. Er machte sich erneut auf den Weg, die Erde zu umrunden. Die Welt war immer noch voll mit Bubble Brains Blasen, lustig war das anzusehen. Und mittendrin die Erdenbewohner. Ihre Herzensfunken waren grösser geworden und somit war ihr Tatendrang wach geworden. Nur… sie wussten nicht, was sie TUN sollten! Es sah aus, als ob sie die bunten Blasen mit den Händen einfangen wollten.

Der Ostwind musste lachen. Die Blasen waren doch die Ideen. Tätig sein, ja da musste jeder selber tatkräftig in die Hände spucken. So wie das aussah, so ging es wirklich nicht. Er begriff die Nöte der Erdenbewohner.

Der Ostwind hatte eine Idee, wie er den Erdenbewohnern helfen konnte. Der Nordwind musste her!

Es war allerdings nicht ganz einfach, als Ostwind ein Treffen mit dem Nordwind zu haben. Sowas musste gut eingeplant werden, weil sich bei einem solchen Anlass die Wetterverhältnisse auf der Erde ziemlich ändern. In der Regel gibt das Wirbelstürme mit viel Schnee und anschliessend sehr tiefen Temperaturen über längere Zeit. Der Ostwind wusste das von früheren Treffen. Aber diesmal passte alles zusammen, es war Winter und keine Ernte war durch ihr Treffen gefährdet. Die zu erwartenden Wetterverhältnisse passten sogar gut in die Pläne des Ostwindes.

Er machte sich also auf den Weg Richtung Norden. Das war eine schwierige Angelegenheit, denn dazu brauchte er den Südwind. Wie sollte er als Ostwind sonst nach Norden kommen? Der Südwind war wie immer sehr kooperativ. Jetzt im Winter sowieso, da hatte er nicht so viel zu tun, und der Wunsch des Ostwindes kam ihm gerade recht. Der Südwind pustete was das Zeug hielt, den Ostwind nach Norden. Das war sehr anstrengend, obwohl sich der Ostwind ganz leicht machte, und sich seitwärts nach Norden blasen liess. Das Wetter änderte sich sofort. Obwohl es Winter war auf der Erde, wurde es wegen des Südwindes sehr warm, alle Wolken lösten sich auf und die Sonne schien. Die Erdenbewohner wunderten sich und genossen das schöne Wetter.

Ja geniesst! Das Wetter ändert bald wieder, rief der Ostwind.

Der Nordwind begrüsste ihn mit einer steifen Brise. Er war wie immer etwas reserviert und kühl. Und er hatte volles Verständnis für das Anliegen des Ostwindes. Das Treffen der beiden wurde bewusst ganz kurz gehalten, wegen der Schneestürme, die aus einem Treffen der beiden entstehen. Der Ostwind liess sich danach gleich wieder vom Nordwind nach Hause blasen.

Der Nordwind hatte die Fähigkeit, nicht-greifbare-Formen in eine feste Form zu bringen. Im Aussen sah man das an den Eisblumen an den Autoscheiben, an den zugefrorenen Seen, an den Eiszapfen, die von den Dächern hingen, an den Schneeflocken, die sich wie eine Watteschicht über die Erde legten und woraus die Kinder Schneemänner und Iglus bauten. Im Innern der Menschen bewirkte es, dass alles ein wenig langsamer wurde, Stille kehrte ein und die Kräfte konnten sich sammeln.

Genau darum hatte der Ostwind ihn gebeten. Das würde den Erdenbewohnern helfen, die Ideen, die in Bubble Brains Blasen waren, in eine handfeste Tätigkeit zu bringen.

Der Nordwind machte sich gleich ans Werk. Der Besuch des Ostwindes kam ihm gerade recht, um einen gehörigen Schneesturm zu produzieren. Alles lag unter einer dicken Schneedecke, es war eisig kalt. Der Nordwind war zufrieden mit seinem Werk und beschloss, die nächsten paar Wochen übers Land zu fegen und zu schauen, was sich so tut.

Umbra hatte dieses Problem mit der handfesten Form nicht, er litt viel mehr unter der Kälte, die nun herrschte. Er wollte seinen Garten ausmessen und Pläne zeichnen und am liebsten würde er sich in einen Liegestuhl setzen mitten in sein entstehendes Paradies. Aber schon beim Denken daran, liefen ihm Kälteschauer über den Rücken.

Der Nordwind scheuchte Umbra wieder zurück ins warme Haus. Umbra sollte seine Kräfte sammeln, sich auf sich selbst besinnen, damit all seine Wünsche und Ideen klar hervorkommen konnten, er sollte sein Licht der Leidenschaft spüren bis es brannte und dann im Frühling mit voller Energie ans Werk gehen. Umbra würde schon merken, wie leicht ihm die Arbeit dann von der Hand ging. Und es gab viel zu tun. Das wussten Umbra und der Nordwind ganz gewiss.

Unusully wusste, wie sehr Umbra die Wärme liebte und schaute zu, dass das Haus immer gut geheizt war und das Essen pünktlich auf dem Tisch stand. Sie hatte keine Sorgen wegen Umbras Paradies. Das würde sich alles wunderbar fügen. Und wenn Termine anstanden, kam ihr das immer rechtzeitig in den Sinn. Sie war in Vorfreude auf ihren Geburtstag. All die lieben Menschen, die sie kannte, hatte sie eingeladen. Ah Geburtstag, wie wunderbar, dass es immer wieder Gründe gab, ein Fest zu machen. Sie liebte diese fröhlichen, unbeschwerten Runden, wo jeder sein durfte, wie er war. Diese fröhlichen Runden, das war ihr Paradies und Umbra hatte es noch vergrössert mit seinem schönen Heim. Unusully hatte auch bemerkt, dass Umbra, obwohl er manchmal etwas brummte, diese Feste ebenfalls sehr genoss. Hach wie wunderbar sie doch zusammenpassten. Unusully kam die Kälte gerade recht, denn dann hatte sie draussen ums Haus nichts zu tun und konnte sich Gedanken darüber machen, was alles in ihrem gemeinsamen Paradies stattfinden konnte. So vieles hatte sie mit Umbra erlebt und in ihr war der Wunsch, diese Erlebnisse mit anderen zu teilen. Sie träumte von einer Welt, wo jeder in Frieden mit sich war und machen konnte, was er wollte. Sie wusste, dass alle grossen Werke klein anfangen und stellte sich vor, wie an vielen tausend anderen Orten der Erde von der gleichen Idee geträumt und gebaut wurde. Dann würden diese kleinen Oasen des Friedens wachsen und irgendwann die ganze Erde umspannen.

Der Nordwind wunderte sich ein wenig über die Situation, aber nur ganz kurz, denn wundern ist nicht Sache des Nordwindes. Da klagte ihm der Ostwind, Strukturen müssen her, dabei lief doch hier alles bestens. Nun ja, ein wenig Pause vor dem grossen Wurf, das konnte niemandem schaden. Und ein bisschen frieren, das war für Umbra schon richtig, wie er noch herausfinden sollte.

Derweil hatte sich Jester intensiv mit dem Thema Fülle befasst und beschlossen, dass es auch ohne Königshäuser möglich war, in dieser Welt als Hofnarr sein Glück zu finden. Klar nicht dauernd im Narrenkostüm, aber hin und wieder. Jester kichert in sich hinein. Er wusste, es gab diese Arbeit auch in dieser Zeit und sie wurde gut bezahlt. Tatsächlich fand er bald darauf in der Tageszeitung die Stelle ausgeschrieben. Er war überzeugt, das war seine Hofnarr-Stelle! Und er machte sich gleich daran, seinen Lebenslauf neu zu ordnen, was wirklich nicht einfach ist für einen Hofnarr - das könnt ihr ihm aber glauben!!!! – er kaufte sich einen tollen Drucker, einen Bruder ML2030. Dieser Bruder spuckte lauter gelaserte Buchstaben aus, damit all das Geschriebene auch schön auf Papier zu lesen war. Nur beim Foto, da kamen ihm wieder seine Zweifel, ob das nun perfekt genug war. Er war extra mit dem Bus nach Baden gefahren, um neue Fotos zu machen, aber darauf sah er eher krank aus, wegen der Überbelichtung. Glücklicherweise waren noch zwei frühere Fotos vorhanden und er legte alle drei Varianten Satori zur Begutachtung vor. Von einem der alten Fotos war Satori total begeistert und fast hätte er ihm geglaubt, als er sah, dass Satori gar keine Brille auf hatte….  Jester freute sich auf seinen ersten Arbeitstag! Bloss, was sollte er JETZT mit seiner überschüssigen Energie anfangen? Rastlos wanderte er in seinem Heim herum und glücklicherweise fand er massig schmutzige Böden, Kochtöpfe mit angetrockneter Käsesauce, die übrigens einen sehr speziellen Eigengeruch haben und Berge von Wäsche. Na denn, das würde sich jetzt alles ändern. Sogar der Kühlschrank hatte inzwischen eine minimale Ordnung bekommen, die fast von jedermann eingehalten wurde.

Der Nordwind wunderte sich schon wieder ein wenig, aber wie gesagt, nur ganz kurz. Auch hier war nichts wirklich zu tun. Bemerkten ihn die Erdenbewohner schon im voraus, wenn er noch gar nicht da war?

Dann entdeckte er Pixie. Pixie liebte er ganz besonders. Sie war noch ein kleines Erdenkind und musste gar nichts. Pixie sass in der warmen Stube und war gerade dabei auszuprobieren, wie es ist, gleichzeitig in der rechten Mundhälfte ein Erdbeerbonbon zu lutschen und in der linken Mundhälfte ein Pfefferminzkaugummi zu kauen. Nach einer Weile wechselte sie das Bonbon nach links und das Kaugummi nach rechts. Es war ganz einfach, wenn sie das Kaugummi eher vorne und das Bonbon eher hinten die Seite wechseln liess. Aber dann blieb das Bonbon im Gaumen kleben und es war auch schon fast aufgelutscht und gab nur noch wenig Erdbeergeschmack ab. Danach war das Kaugummi allein im Mund und Pfefferminzgeschmack machte sich überall breit. Bald danach war das Kaugummi nur noch weich und schmeckte nach nichts mehr. Darauf hatte Pixie gewartet, denn jetzt konnte sie wunderbare Blasen machen. Die sahen aus wie kleine Ballons und zum Schluss ploppten sie sich selber kaputt. Wenn sie nicht aufpasste, klebte sich das Kaugummi beim Plopp im ganzen Gesicht fest. Es gab laute und leise Plopps. Die Lauten machten Pixie am meisten Freude. Da Pixie sehr gut war im Kaugummi-Ploppen malte sie dazu ein Bild von der grossen, weiten Welt, die sie noch entdecken wollte. Als ihr Mund müde war vom Kaugummikauen und das Bild fertig gemalt, klebte sie das Bild mit Hilfe des Kaugummis an die Wand. Dann legte sie sich aufs Bett, betrachtete ihr Werk mit Genugtuung und bereiste in ihren Gedanken schon mal die Welt, einmal ganz rundum!

Der Nordwind lächelte weise. Pixie würde bald mit ihm reisen, nach Süden…

Weiter gings zu Niran und Ranel, die beiden Engelwesen Sie hatten viel zu tun. Dabei sehnten sie sich nur nach Erholung. Sie hatten sich gesehen, als die Engel, die sie sind und gemerkt, wie viel Ballast noch abzuwerfen ist. Niran hatte sich dazu eine Oase geschaffen, eine Wohnung, wo sie sich zurückziehen und erholen konnte. Sie war dabei, vieles in ihrem Leben neu zu ordnen. Das waren Prozesse im Innern wie im Äussern. Der Nordwind bliess noch stärker wie üblich um ihr Haus. Es sollte ihr helfen, dranzubleiben, weiterzumachen. Und als Gruss hinterliess er wunderschöne Eiskristalle an ihrem Fenster.

Bei Ranel war er sich nicht so sicher, ob sie wirklich bereit war für die Arbeit, die anstand. Er überlegte, ob er Ranels Leidensdruck erhöhen sollte. Aber dann liess er es bleiben. Er hatte gelernt, dass Erdenbewohner selbst entscheiden dürfen, und wenn jemand nicht wollte, so war das seine Entscheidung. Alles war erlaubt.

Nur… ob Ranel wusste, dass ein Paradies im Aussen nur entstehen konnte, wenn auch gleichzeitig das Paradies im Innern entstand oder schon da war?

Die Sorgenfalten auf der Stirn des Nordwindes verflogen ganz schnell, als er sich Illidans Zuhause näherte. Da roch es nach ausserirdischem Planetenstaub, der kitzelte so metallisch und sogar der Nordwind liess sich davon begeistern.

Illidan hatte Besuch von Antares. Die beiden gehörten zum Volk der Andronier, wobei Antares in seinem Erbgut mehr Andronier-Gene mitgebracht hatte. Illidan war dabei, viele seiner Andronier-Gene zu aktivieren und das machte ihn sehr müde und manchmal sogar krank. Da blieb nicht viel Zeit, sich den irdischen Dingen zu widmen. Illidan konnte eine kräftige Brise des Nordwindes gut vertragen.

Antares war lange Zeit nicht so richtig glücklich gewesen auf der Erde. Aber nun hatte er die Regeln des Menschseins ein wenig begriffen und trotzdem seine tollen Pläne für seine Flugobjekte nicht vergessen. Die Langsamkeit der Geschehnisse machte ihm inzwischen Freude und gleichzeitig verschwanden seine Wutanfälle. Er hatte verstanden, dass ihm alle Zeit, die er brauchte, zur Verfügung stand. Es gab keinen Grund zur Eile. Inzwischen konnte er das Leben geniessen.

Ja, es musste eine Balance sein, zwischen den Tätigkeiten in den verschiedenen Dimensionen. Das wusste der Nordwind genau. Lustig fand er, dass die einen vorwiegend in irdischen Dimensionen zuhause waren, andere sich dafür umso mehr in unsichtbaren Welten bewegten. Und was er noch entdeckte, war, dass inzwischen unsichtbare Dinge auf irdischer Ebene sichtbar wurden. Es gab Erdenbewohner, die Bubble Brains Blasen nicht nur fühlen, sondern auch sehen konnten. Das war ja ganz was Neues. Jetzt staunte der Nordwind wirklich und diesmal für länger. Das war noch nie dagewesen! Das konnte ja heiter werden.

Dann verspürte er den Wunsch, die Perlenschimmertänzerin zu besuchen. Er liebte sie sehr. Einzig betrübte ihn, dass sie zeitweise an der Denker-Krankheit litt. Die Denker-Krankheit war auf der Erde weit verbreitet. Sie bewirkte, dass das Denken an der Stelle auftrat, wo Nicht-Denken angesagt ist und in Situationen, wo Denken sehr nützlich wäre, nur Leere und Chaos herrschte. Na kleine Perlenschimmertänzerin, flüsterte ihr der Nordwind zu, und küsste sie auf die Stirn. Ui, war das heiss da! Die Perlenschimmertänzerin wusste ja schon, was ‚heisse Umarmung’ auf spanisch hiess. Der kleine Eiskristall, den der Kuss hinterlassen hatte, schmolz ganz schnell weg.

Danach besuchte er Oaklet. Oaklet war immer eine Freude, aber heute war sie etwas enttäuscht. Sie vermisste ihren gefiederten Freund Alioschka.

Was sollte der Nordwind da tun? Nun, er erzählte ihr von seiner Heimat und den bunten Nordlichtern, die da , wenn elektrisch geladene Teilchen, wie Elektronen und Protonen, entlang des Magnetfeldes in die obere Atmosphäre der Erde eindringen. Die Partikel bewegen sich meist auf der Nachtseite aus einem Abstand von 100.000 km auf die Erde zu. Beim Eindringen in die Erdatmosphäre, in einer Höhe bis zu 100 km, stoßen sie mit Gasteilchen, wie z.B. Stickstoff und Sauerstoff, in den oberen Luftschichten zusammen. Durch die Milliarden von Kollisionen entsteht eine Myriade von Lichtfunken, die das Nordlicht in seiner ganzen Farbenpracht erstehen lässt. Die Farben geben Auskunft darüber, welche Partikel an dem Zusammenprall beteiligt sind und welche Temperaturen in der Höhe des Nordlichts herrschen. Manchmal kann man anhand der Farben auch die Geschwindigkeit der Protonen ableiten. Die meisten Elektronen und Protonen, die das Nordlicht verursachen, bewegen sich von der Sonne her kommend auf komplizierten Bahnen, die teils vom Magnetfeld der Erde abhängig sind. Bei Ausbrüchen auf der Sonne nimmt der Strom der Teilchen zu, und die Chance der Entstehung des Nordlichts steigt. Wie die Sonnenflecken in periodischen Abständen von etwa 11 Jahren kommen und gehen, so folgen auch die Nordlichterscheinungen, nur mit ein paar Jahren Verspätung. Sind die Verhältnisse auf der Sonne ruhiger, gibt es weniger Nordlichter….

Hm… Oaklet war nicht richtig bei der Sache. Sie wollte mit ihrem gefiederten Freund zusammen sein. Na denn, liebe Oaklet, dein Alioschka ist dabei, sein Gefieder zu putzen und neu zu ordnen. Wenn er wiederkommt, wird er strahlen in neuer Pracht. Freu dich auf ihn und geniesse jetzt die Zeit, so wie Pixie mit ihrem Kaugummi. Und der Nordwind machte Oaklet ein Fensterchen in Wolke7 auf, damit sie einen Blick auf Pixie erhaschen konnte. Pixie lümmelte immer noch auf dem Bett herum und hatte inzwischen ein neues Kaugummi in Arbeit. Diesmal eins mit Kirscharoma. Das färbte sogar die Zunge dunkelviolett. Wenn Pixie Kirschkaugummi gleichmässig im Mund kaute, wurde die Zunge rundum farbig und das sah dann richtig krank aus. Damit konnte sie wunderbar ihre Freundinnen erschrecken. Es gab auch Kaugummis, die färbten blau oder grün…..

Oaklet sah schon ein bisschen fröhlicher aus. Der Nordwind überlegte, wie er ihr begreiflich machen konnte, dass es für das Seelenparadies wichtig war, sich unabhängig von Situationen zu machen. Als Erdenbewohner war das offenbar schwierig. Denn wer sich unabhängig von Abhängigkeiten machte, der fühlte sich gleichzeitig mit Allem verbunden. Und dann war eine Verbindung zu EINEM Menschen eine freie Entscheidung. Nun, die Erdenbewohner würden schon noch lernen, wie das geht.

Der Nordwind machte sich auf, Satori zu besuchen. Der wehrte gleich ab. Über mich musst du gar nichts erzählen! Aber irgendwie war etwas von Oaklets Schwatzhaftigkeit am Nordwind hängengeblieben. Er schaute Satori über die Schultern. Schmuck machte er. Welch eine schöne Idee, kleine, bunte Steinchen zu verarbeiten, statt schwere Steine zu schleppen. Als sich der Nordwind weiter umschaute, sah er eine angefangene Skulptur. Das Leben wurde leichter, auch für Satori.

Ach du je, jetzt erzählt er Oaklet von Unabhängigkeit und was passiert ihm? Schwätzt, obwohl Satori das gar nicht will.

Und Bubble Brain? Ihn hatte die Materie fest im Griff. Ob er wusste, dass er das auch umkehren konnte? So dass ER die Materie im Griff hatte? Wenn er im Griff der Materie steckte, dann blubberten fast keine Blasen aus ihm heraus. Brauchte Bubble Brain überhaupt den Nordwind? Oder eher den Südwind? Jedenfalls freute sich der Nordwind, als er Mätre connätre an Bubble Brains Seite entdeckte. Sie waren ein schönes Gespann mit vielen unkonventionellen Ideen. Ja doch, den beiden einmal kräftig ins Gesicht blasen, konnte nicht schaden. FFFFFFFFFffffffffffffffffffffffffffffffffffFFFFFFFFFFFFFFffffffffffffffffffffffffffffffffff!!!!!!!! So.

Ganz zum Schluss machte er sich auf in den Süden, ganz weit in den Süden. Da weilte seit kurzem Garuda, er hatte seinen Arbeitsplatz hier gefunden. Es war seine Neugier, die ihn immer wieder in ferne Länder ziehen liess, Neugier auf Menschen, die anders leben, als das, was er bereits kannte. Seine Frau Livièl war nicht immer so begeistert von seinen Ideen. Sie war viel allein und auf sich gestellt deswegen. Konnte sie erkennen, dass sie ihre Leidenschaft nur in der Einsamkeit fand?

Der Nordwind überlegte, ob es überhaupt notwendig gewesen war, die Erde mit Eis zuzudecken. Eigentlich lief alles bestens. Nun, er war dem Wunsch des Ostwindes nachgekommen. Seine Aufgabe war erfüllt. Und er zog sich zurück in seine Heimat zu den bunten Nordlichter, die ihm so gut gefallen.

Der Ostwind hatte alles beobachtet aus den höheren Schichten der Erdatmosphäre. Dabei bemerkte er, dass alles dauernd in Bewegung war. Zwei Schritte vor, einen zurück, das war die Hauptbewegung. Er freute sich, alles würde neu werden und während er sich zurückzieht, ruft er noch: Geniesst das Leben! Im JETZT habt ihr nur das eine.


29. Januar 2006 – Monika Müller, Crystal 121, 5400 Baden

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